Ominöser Zeltplatz

07.08.2019
Ich befand mich jetzt wieder ein ganzes Stück weiter im Norden. Die kalten Nächte vorerst vorbei. Einzig meine Augen waren ein wenig angeschwollen als ich erwachte. Das ist jeweils so, wenn ich am Vortag kilometerweit auf staubigen Schotterstrassen unterwegs war. Ich verweilte lange an meinem ruhigen Plätzen am See und schnitt ein paar Videos zusammen. Das dauert seine Zeit auf meinem alten mexikanischen Laptop. Danach ging ich mit grossem Hunger im nahegelegenen Städtchen «Ita» einkaufen. Eine gemütliche Ortschaft. Da könnte ich direkt auch ein paar Tage verweilen, wie an so vielen Orten auf diser Welt. Ich fuhr weiter. Weniger Hügel, weniger Kurven, dafür Landwirtschaft so weit dass Auge reicht. Die Fahrt war uninteressant. Interessant wurde es erst am Abend als ich Dunkeln bei einem Zeltplatz vorfuhr. Das Eingangstor stand weit offen und ich fuhr in den Park hinein. Im Haus gleich neben dem Eingang brannte Licht. Ich rief und klopfte an die Tür, doch niemand war vor Ort. Hmm, was nun. Ich hatte keine Lust weiter durch die Nacht zu fahren und der Zeltplatz sah richtig gemütlich aus. Ich lies Gabriel am Eingang stehen und erkundete den Park zu Fuss. Ich fand Toiletten und eine Dusche mit warmem Wasser. Keine Tür war verschlossen und keine Seele vor Ort. Irgendwie merkwürdig. Ich wartete und hoffte dass jemand auftaucht den ich um Erlaubnis bitten kann, mein Zelt aufzustellen. Ich wartete und wartete und sehnte mich dabei nach einer erfrischenden Dusche. Schlussendlich riskierte ich es und erfrischte mich ohne Erlaubnis unter der Dusche. Als ich wieder herauskam, stand ein Auto am Eingang. Endlich, kann ich jemand fragen. Wieder rief ich und klopfte ich an die Tür. Nach 15 Minuten «Krach» machen, öffnete ein Herr die Haustür. Ich fragte den spärlich bekleideten Herr (nur in Unterhose) um Erlaubnis. Kein Problem und alles kostenlos. Ich soll es mir gemütlich machen, teilte er mir kurz und knapp mit. Optimal, dachte ich, stellte mein Zelt unter die Bäume und legte mich Schlafen. Irgendwie kam mir alles ein wenig merkwürdig vor. Der gute Herr war nicht mal interessiert daran wem den das Motorrad gehört, geschweige davon, ob sich jemand im Park aufhält. Ein ominöser Zeltplatz!