Zurück nach Chile

29.11.2019
Um 7:30 Uhr musste Mariana zur Arbeit. Ich hatte mich in den letzten Tagen mit Proviant ausgerüstet und gestern Gabriel bepackt. Alles stand bereit für die weitere Reise. Ich verabschiedete mich mit einem grossen Dankeschön und einer warmen Umarmung von Mariana. Wie schön die Woche auch war, ich wollte weiter. Mariana machte sich zu Fuss auf den Arbeitsweg und ich fuhr ein paar wenige Minuten später mit ein paar wenigen Tränen in den Augen los. In Richtung Grenze zu Chile. Obwohl das Wetter nicht vielversprechend aussah machte ich auf einer Schotterstrassen einen Umweg über "Villa Traful" am gleichnamigen See. Die schöne Gegend empfahl mir Mariana. Die Strecke überraschte mit bizarren Gesteinsformationen. Der See "Traful" zeigte sich mir nicht in seinen schönen Blautönen. Da fehlten die Strahlen der Sonne, die sich leider hinter den Wolken versteckte. Es war kalt und der Regen der letzten Tage machte die Strasse rutschig. Trotzdem, der Umweg durch die schöne Gegend (siehe Foto) lohnte sich.
Danach folgte, für den Rest des Tages, Asphaltstrasse. Der Grenzübertritt zurück nach Chile verlief problemlos. Einzig das Wetter nervte. Es regnete zeitweise und es war kalt. Auf der Passhöhe (lediglich 1500m.ü.M) herrschten kalte Temperaturen von 2 Grad. In Chile angekommen fuhr ich auf direktem Weg zu natürlichen Thermalquellen von denen mir ein Reisender begeistert berichtete. Am späten Nachmittag erreichte ich die "Termas de Ralun". Es war mir kalt. Ich freute mich riesig auf ein warmes Bad.
Ich war mächtig enttäuscht als mir vor Ort mitgeteilt wurde, dass die heissen Quellen unter Wasser stehen und ich kein Bad nehmen kann. Die heissen Quellen befinden sich direkt an einem Fluss. Der führte, auf Grund des tagelangen Regen, sehr viel Wasser. Die Quellen befanden sich unter dem Wasserspiegel des Flusses. Oh Mann! So schade. Und jetzt? Der Regen setzte erneut ein. Campieren bei Regen Macht einfach keinen Spass und Geld für Unterkünfte will ich nicht ausgeben. Ein Blick in die "App I-overlander" heiterte mich auf. Eine alte leerstehende Schule war vermerkt. Ich düste zur Schule. Und tatsächlich, die stand leer und da war niemand. Neben dem Fussballfeld stand eine kleine Hütte. Die Türen nicht verschlossen. Was für ein Glück. Ich muss nicht im Regen schlafen. Vergnügt, legte ich mein Mätäli und Schlafsack in den kalten Raum und sank darauf schon früh am Abend in den Schlaf.